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Die '''Winterausrüstung''' umfasst im die speziellen Mittel für die Betriebssicherheit des Kraftfahrzeugs bei winterlichen Fahrverhältnissen.

Die Rechtsnormen zur Winterausrüstung sind national unterschiedlich geregelt und beinhalten zum Beispiel eine Pflicht zum Aufziehen von Winterreifen oder zur Mitnahme bzw. zum Anlegen von Schneeketten oder aber ein saisonales Schneekettenverbot bzw. Spikeverbot.

Winterausrüstung und Wintertauglichkeit

''Winterausrüstung'' bedeutet im Besonderen Bestückungen mit Winterreifen oder Spikereifen und die Verwendung von Schneeketten, den Einsatz von Frostschutz am Fahrzeug sowie sonstige Hilfsmittel für wintertypische Fahrbehinderungen. Sie sind bei ?winterlichen? Straßenverhältnissen notwendig, im Besonderen bei Schnee, Matsch, Eis oder Streusplitt auf der Fahrbahn sowie bei tiefen Temperaturen (Frosttage). Auch die im Allgemeinen durch kurzes Tageslicht, Nebel, Schneetreiben etc. schlechteren Sichtverhältnisse müssen berücksichtigt werden.

Nicht unter den Begriff fallen im Allgemeinen die Verwendung von speziellem Wintertreibstoff (Winterdiesel) ? der nicht rechtlich geregelt ist, sondern über das Angebot ? und nicht sicherheitsrelevante Zusatzausrüstung wie Standheizung, und Innenraumvorwärmung (zeitgesteuerte Klimaanlage). Diese erleichtern lediglich die Einhaltung der allgemein geforderten Sicherheitsmaßnahmen und können so den Fahrtantritt auch bei sehr ungünstigen Bedingungen, wie beispielsweise Eisregen und schneller Raueis- oder Reifbildung an den Autoscheiben, erlauben.

Zur ''Wintertauglichkeit'' des Fahrzeugs gehören neben der Winterausrüstung auch die allgemein geforderten Sicherheitsmaßnahmen, die aber besonders im Winter relevant sind, wie (eis- und schnee-)freie Sicht aus dem Fahrzeuginneren, optimale Beleuchtungs- und Bremsanlage, ein schneefreies Fahrzeug (um den nachfahrenden Verkehr nicht durch ?stauben? zu behindern) oder technische Vorkehrungen wie eine einwandfreie Autobatterie (Startvorgang, zusätzliche Heiz- und Umluftverbraucher im Stromkreis).

Für sicheres Fahren im Winter ist darüber hinaus eine den Fahrverhältnissen angepasste Fahrweise erforderlich (Vorsicht, vorausschauendes und ruckfreies Fahren, größere Sicherheitsabstände wegen erhöhten Bremswegs, durch Schnee verengter Fahrbahnen, aber auch erhöhten Wildwechsels). Empfohlen wird Licht am Tag.

Die ''Schneekettenmitnahmepflicht'' und andere Verpflichtungen zu Winterausrüstungen fallen in Österreich unter die Regelungen über , die ''Winterreifenpflicht'' aber unter den Begriff Betriebsbereitschaft des Fahrzeuges.

Nationale Regelungen

Deutschland

In Deutschland besteht eine situative Winterreifen-Pflicht (auch Ganzjahresreifen sind erlaubt): Seit dem 4. Dezember 2010 darf laut Abs. 3a , (Schwere LKW, Busse). Soweit für Einsatzfahrzeuge von Bundeswehr, Bundespolizei, Feuerwehr, Katastrophenschutz und Polizei bauartbedingt keine M+S-Reifen erhältlich sind, bleiben auch diese Fahrzeuge von der Winterreifenpflicht ausgenommen.

Bei Nichtbeachtung der Auflagen droht dem Fahrer der Eintrag von einem Punkt ins Fahreignungsregister sowie ein Bußgeld in Höhe von 60 ? (40 ? vor dem 1. Mai 2014), hat er den Verkehr behindert 80 ?.

Die vorherige, im Frühjahr 2006 eingeführte Regelung ?Bei Kraftfahrzeugen ist die Ausrüstung an die Wetterverhältnisse anzupassen. Hierzu gehören insbesondere eine geeignete Bereifung und Frostschutzmittel in der Scheibenwaschanlage? verstieß laut Beschluss des Oberlandesgerichts Oldenburg vom 9. Juli 2010 gegen das Bestimmtheitsgebot und somit gegen die Verfassung.

Schneeketten sind in bergigen Gebieten bei winterlichen Straßenverhältnissen erforderlich, was dort durch Verkehrsschilder angezeigt wird. Die Höchstgeschwindigkeit mit Schneeketten beträgt 50 km/h.

Spikes sind in Deutschland verboten. Eine Ausnahme gibt es für den österreichischen Transitverkehr über das kleine deutsche Eck, also der Verbindung Bad Reichenhall ? Lofer sowie eine zweite Ausnahme für den kleinen Grenzverkehr in einer 15-km-Zone entlang der österreichischen Grenze.

Darüber hinaus sind Autofahrer in Deutschland dazu verpflichtet, bei Schneefall das Abblendlicht einzuschalten. Wer trotz Sichtbehinderung ohne Licht fährt, riskiert innerorts eine Strafe von 25 und außerorts von 60 Euro. Ebenso strafbar ist es, mit nur einem kleinen freigekratzen Guckloch auf der Frontscheibe loszufahren. Hier können 10 Euro fällig werden. Auch das Fahren mit Schnee auf dem Dach ist nicht erlaubt. Hier kann die Polizei ein Bußgeld von 25 Euro verlangen.

Österreich

Seit 2008 sind Winterreifen gesetzlich vorgeschrieben (</ref>
  • bei Kraftfahrzeugen unter 3500 kg (Klassen M1 PKW, Kombinationskraftwagen und N1 Lastwagen) von 1. November bis 15. April, </ref>
  • bei Kraftfahrzeugen über 3500 kg (Klassen N2 und N3 Lastkraftwagen sowie davon abgeleitete Fahrzeuge) zwischen 1. November und 15. April zumindest an den Rädern ''einer'' Antriebsachse

Als Winterreifen im Sinne der Pflichtregelung gelten in Österreich M&S-Reifen (Matsch-und-Schnee-Reifen) oder M&S&E-Reifen (Schnee-, Matsch und Eisreifen) sowie Spikesreifen, Ganzjahresreifen oder Allwetterreifen nur, wenn sie ebenfalls ausdrücklich als M&S ausgewiesen sind (siehe ).

Die Winterreifenpflicht wird bei den Fahrzeugen unter 3500 kg </ref>
Es wird vorausgesetzt, dass
Winterliche Fahrbahnverhältnisse liegen nicht nur dann vor, ,
wohl aber, wenn aufgrund von Winterdienstmaßnahmen (etwa Salzstreuung) nur Nässe, aber keine Bildung einer Schneelage, Schneematsch oder Eis eintritt.

Die Regelung gilt nur für die Inbetriebnahme (also ab dem Fahrbereit-Machen), nicht für abgestellte Fahrzeuge. Sie umfasst aber auch Fahrzeuge mit Allradantrieb, ,
und sieht auch für Fahrerassistenzsysteme keine Ausnahmen vor.
Der Usus bezüglich des Ersatzrads sieht vor, wenn </ref> Ausgenommen von der Winterausrüstungspflicht sind prinzipiell Mopedautos (Microcars), Mopeds, Mofas und sowie alle Nicht-Kraftfahrzeuge (, Fuhrwerke) ? witterungsangepasstes Verhalten im Straßenverkehr wird aber natürlich vorausgesetzt.

Sommerreifen mit Schneeketten an den Antriebsrädern bzw. allgemein Schneeketten ? als Ersatzmaßnahme für Winterreifenbestückung ? dürfen nur verwendet werden, wenn die Fahrbahn mit einer zusammenhängenden oder nicht wesentlich unterbrochenen Schnee- oder Eisschicht bedeckt ist, damit die Fahrbahn durch die Ketten nicht beschädigt wird.
Außerdem herrscht für Schwerfahrzeuge eine ''Schneekettenmitnahmepflicht'' von 1. November bis 15. April und eine ''Schneekettenanlegepflicht'' bei entsprechend bedeckter Fahrbahn (aber auch das Anlegeverbot bei nicht bedeckter Fahrbahn)

Verstöße gegen die Pflicht zur Winterausrüstung können mit 35 bis zu 5000 Euro geahndet werden. Die Polizei hat auch die Möglichkeit, betroffene Fahrzeuge zwangsweise abstellen zu lassen.3.5 t obl. 1. November ? 15. April (Busse WR bis 15. März)
SP erl. 1. Oktober ? 31. Mai
|Kfz. ?3,5 t bei winterlichen Fahrverhältnissen, >3,5 t obl. unabhängig von Straßenzustand; ?3,5 t an allen vier Rädern mind. 4 mm, >3,5 t an mind. einer Antriebsachse mind. 6 mm Diagonal- bzw. 5 mm Radialreifen, mit M+S-Knzg. (jew. ersatzweise SK an Antriebsrädern, wenn erl.)
|für Kfz. ?3,5 t: ersatzweise, wenn keine Winterreifen verwendet werden, nur auf schnee- oder eisbedeckter Fahrbahn erl., Kfz. >3,5 t: Mitführpflicht (mind. zwei Antriebsräder) und Verwendungspflicht bei Schnee-/Eisfahrbahn, sonst verb.
|für Fz. bis 3,5 t, Anhänger mit max. 1,8 t Achslast erl.; auf allen Rädern inklusive Anhänger, nur Stahlgürtelreifen, Spikes unter 2 mm; Geschw. 80/100 km/h (Freiland/Autobahn); Spike-Aufkleber «¤»
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||WR/SK keine Rgl.
SP verb.
|keine generelle Pflicht
|nur auf schneebedeckten Straßen erl.
|verboten
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||WR/SK keine Rgl.
SP verb.
|keine generelle Pflicht
|nur auf schneebedeckten Straßen erl.; keine Geschw.
|verboten
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||WR/SK sit. erf.
SP verb.
|</ref>
|nur auf schneebedeckten Straßen erl.
|verboten
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||WR sit. 1. Dezember ? 31. März
Fz. >3,5 t auf den angetriebenen Achsen
SP erl. 1. Oktober ? 15. April (Verlängerung mögl.)

|Fz. ?3,5 t und Anhänger; mind. 3 mm;
>3,5 t min. 5 mm Profil3,5 t obl. 15. November ? 31. März
SP verb.
|Fz. ?3,5 t bei winterlichen Verhältnissen Winter- bzw. Ganzjahresreifen; >3,5 t unabhängig von den Wetterverhältnissen WR pflicht
|nur auf schneebedeckten Straßen erlaubt und dürfen die Fahrbahn nicht beschädigen
|verboten
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||WR/SK obl. 15. November ? 15. März, sit. auch andere Zeiten
SP verb.
|bei winterlichen Verhältnissen Winterreifenpflicht (oder SK), Fz. >3,5 t an Antriebsachse; mind. 3 mm
|bei winterlichen Verhältnissen anstelle von Winterreifen Schneeketten auf Sommerreifen (mind. 3 mm); Fz. >3,5 t an allen Rädern; Mitnahmepflicht (ausl. Fz. nur bei winterl. Straßenverhältnissen)
|verboten
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|keine generelle Pflicht
|nur auf schneebedeckten Straßen erl.
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||WR/SK obl. wenn beschildert, Fz. ?3,5 t: mind. 4 mm, Fz. >3,5 t: mind. 6 mm
|wenn beschildert (?Pkw mit Schneeflocke?) WR oder SK erf., Fz. über 3,5 t dort WR ''und'' SK erf., nur auf schneebedeckten Straßen erl.; Geschw. 50 km/h
|verboten
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||WR/SK sit.
SP verb.
|keine generelle Pflicht
|bei Schneefall Schneekettenpflicht, nur auf schneebedeckten Straßen erl.
|verboten
|bei Schneefall auch Bremskeil mitzuführen
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||WR/SK sit.
SP verb.
|keine generelle Pflicht, kann bei entsprechenden Bedingungen kurzfristig verlangt werden
|Mitführen bzw. Benutzung kann bei winterlichen Bedingungen angeordnet werden; Geschw. 50 km/h
|verboten
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||WR/SK keine Regl.
SP erl.
|keine generelle Pflicht
|nur auf schneebedeckten Straßen erl.; darf Fahrbahn nicht beschädigen
| Geschw. keine Regelung, entsprechende Verkehrsschilder sind zu beachten; Straßenbeschädigungen können verfolgt werden
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Quellen: , Stand: Oktober 2010;

Einzelnachweise